Geschichtliches

Fischhaus SchulpforteDas Fischhaus ist eng mit der Geschichte des Zisterzienserklosters St. Marien zur Pforte und ihrer Nachfolgerin, der Landesschule, verknüpft.

Für die Pfortenser Bewohner um 1302 galt der Fischfang wahrscheinlich als Lebensunterhalt. In einer Urkunde des Naumburger Domes vom 24.04. 1270 wird das Fischhaus erstmalig erwähnt. Die Tafel über dem Tresen weist mit der Aufschrift „erbaut 1138“ auf die Errichtung des Gebäudes hin. Die eigentliche Gaststätte entstand im Fischhaus erst relativ spät.
Aufgrund seiner guten Lage – unmittelbar am Saaleufer – wurde das Fischhaus schon früher gern als Rastort aufgesucht.

In frühen Zeiten der Landesschule besaß der Fischer im Fischhaus kein Schankrecht, dennoch verkaufte er als Nebengewerbe Getränke. 1825 wurde durch den Rektor ein offizielles Verbot ausgesprochen, das aber nach einem Jahr wieder aufgehoben wurde.
Das Jahr 1826 kann damit als Beginn der Gastwirtschaft gesehen werden, die mit dem Fährbetrieb verbunden war.

Von der bescheidenen Gaststätte abgesehen hat sich diese zum Treffpunkt der Schüler und vieler ehemaliger Pförtner entwickelt. Den Wanderer zog die Gastlichkeit an, Spaziergänger konnten auf Wunsch mit der Fähre, vom Wirt betrieben, über die Saale setzen.
Besonderen Reiz erhielt das Fischhaus durch seinen dörflichen Charakter, den ihm das Backhaus, die Stallung und der Garten, Fischreusen sowie Fischgerichte und selbstgebackener Kuchen verliehen. Bei der Restauration wurde darauf geachtet dieses Flair auch heute noch weitestgehend beizubehalten.

1998 wurde mit dem Bau der Brücke zur Überquerung der Saale am Fischhaus der Fährbetrieb endgültig eingestellt. Im Jahre 2006 wurde der Saaledamm mit Rasensteinen begehbar gemacht und für Wanderer und Fahrradfahrer freigegeben. So dass sich das Fischhaus als Ausgangspunkt  für Wanderungen in alle Himmelsrichtungen sehr gut anbietet.
Wegen seiner idyllischen Lage regt das Fischhaus auch heute noch oft Künstler an, es festzuhalten.

(Quelle: Fichtner, K.-D.: Das Fischhaus – ein Idyll am Saaleufer. In: Saale-Unstrut-Verein für Kultur-geschichte und Naturkunde e.V.: Saale-Unstrut Jahrbuch. 2.Jahrgang Naumburg: Druckhaus Naumburg, 1997.)